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 Anlässlich
des zunehmend bedrohlichen Verhältnisses zwischen Frankreich, mitten
in der französischen Revolution, und Deutschland bereitete die Schweiz
1831 eine Mobilmachung vor. Die angeblich um 1800 von den Österreicher
beim Verlassen der Schweiz gesprengte Festung Luzisteig musste wieder aufgebaut
werden. Am 26. März 1831 traf eine Berner Sappeurkompagnie auf der
Luzisteig ein und begann mit der Wiederherstellung der Festung. Verantwortlicher
Kommandant war Richard La Nicca , Geniehauptmann und Ingenieur aus Chur.
Auf Luzisteig war der Ausbau für 16 Geschütze geplant. Es ist
überliefert, dass Henri Dufour damals noch Chef des Generalstabs im
Range eines Obersten und seinerseits auch Genieoffizier, in die Pläne
La Niccas grosses Vertrauen hatte. Der Ausbau zum Waffenplatz der Schweizer
Armee setzte sich bis 1858 fort. Ergänzungen erfolgen bis in die heutige
Zeit.
Aber
auch vor dem 19 Jhdt. erlebte die Luzisteig eine bewegte Kirchen- und Militärgeschichte.
Der Name Luzisteig (oder Luziensteig) wird hergeleitet vom Herübersteigen
des Luzius um 166 n. Chr., ehemals ein König in England, welcher als
Missionar das Evangelium bringen wollte und vom damals in der Gegend residierenden
römischen Statthalter enthauptet wurde. Aus dem 15. Jhdt. stammt wahrscheinlich
die noch sichtbare Letzi auf der Passhöhe. Im Schwabenkrieg 1499 kommt
es auch auf der Luzisteig zu blutigen Kämpfen. In den Wirren des 30-jährigen
Krieges die Bündner Herrschaft mehrmals den Besitzer. 1622 durch die
Österreichischen Truppen unter Oberst Brion zerstört. erfolgte
im gleichen Jahr, wieder im Besitz der Bündner, der Wiederaufbau nach
Plänen des Zürcher Baumeisters Hauptmann Johann Ardüser.
Am
Anfang des 16. Jhdt. erweiterte mit Hans Caspar Werdmüller ein weiterer
Zürcher Baumeister die Befestigungsanlagen. Oberst Werdmüller
erbot sich für einen Kostenvoranschlag von 12'000 Gulden das Befestigungswerk
auszuführen, die Endkosten betrugen 19'000 Gulden. Kostenüberschreitungen
haben also eine lange Tradition. Das nördliche Eingangstor ist aus
dieser Zeit erhalten, wie eine Inschrift von 1705 bezeugt. Österreicher
und Franzosen waren abwechslungsweise im Besitz der Luzisteig. 1798 waren
die Werke durch Vertrag den Österreichern übergeben worden. Am
6. März 1799 wurde diese durch den französischen General André
Massena erobert. Die Rückeroberung gelang am 14. Mai den Österreichern
unter General Friedrich Freiherr von Hotze.
Von 1966 bis 2004 war die Luzisteig der Ausbildungsplatz der Traintruppen.
Mit der Armee XXI verlässt der Train den Waffenplatz Luzisteig. Armee
und deren Ausbildung erhalten ein neues Gesicht. Die Militärhistorische
Stiftung Graubünden konnte das alte Arsenal übernehmen, und
darin ein Museum einrichten.
Wir freuen uns, Sie im Militärmuseum St. Luzisteig persönlich
willkommen heissen zu dürfen!
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