Rundgang

Museum / Ausstellung

Die permanente Ausstellung von Militärmaterial und Waffen gibt dem Besucher einen Einblick in die Wehrbereitschaft der Schweiz zwischen 1875 und 1995 sowie den Einsatz des Pferdes in der Armee.

Die Geschichte der St. Luzisteig als wichtiger Verkehrsweg, als militärische Sperre und Kampfgelände sowie die Baugeschichte der Passstellung und Kaserne werden dokumentiert.

Film zur Geschichte

Die Luzisteig hat eine bedeutende und spannende Geschichte, die geprägt wurde durch

  • die Lage als Sperrstellung in der Nähe der Landesgrenze
  • die seit der Römerzeit nachweislich begangene wichtige Passstrass
  • noch vorhandene historisch interessante Gebäude

Diese Geschichte wird in Bild und Ton in einem 15-minütigen Dokumentarfilm präsentiert.

Sammlung von Train- und Militärmaterial

Fahrzeuge, Beschirrungen, Reitzeuge, Hufbeschlags- und Veterinärmaterial sind als «Denkmal für das Pferd in der Armee» zu besichtigen.

Von 1966 bis 2003 war der Waffenplatz St. Luzisteig Ausbildungsstätte der Trainschulen.


Historische Wanderung

Das Museum soll als Ausgangspunkt zu markierten Wanderungen dienen:

  • zu weiteren Objekten aus der Militärgeschichte (Rohschanze, Batterie Herzog, Guschaturm, Sperrstellungen) einerseits
  • zu den Schlössern und Herrschaftshäusern der Region andererseits

Guschaturm

Der Guschaturm kann in einer 20-minütigen Wanderung ab Parkplatz (N-E) auf dem Wanderweg in Richtung der Alp Guscha erreicht werden.

Neue Turbulenzen, es war die Zeit des Krimkrieges von 1853 – 55, führten zu einem weiteren Ausbau.
Es wurde noch der Guschaturm, eine redimensionierte Kopie des Malakoff-Turmes der Festung in Sebastopol, erbaut. Dieser erlaubte die Fernaufklärung, und bildete das Ende der Festungsmauer an der rechten Talflanke. Er wird auch „Hungerturm“ genannt, dies, weil das Militär 1871 dort straffällig gewordene Angehörige der internierten Bourbaki-Armee gefangen hielt und sogar, so die Legende, vergessen haben soll. Der Bau dieser Art Wehrtürme, solche gibt es auch im Raum Bellinzona und bei St. Maurice im Wallis, war Teil eines Beschäftigungs-Programmes für die damals hungernde Bevölkerung.

Batterie Herzog

Die Batterie Herzog kann in einer 10-minütigen Wanderung ab Parkplatz (S-W) auf dem Wanderweg in Richtung Fläscherberg errreicht werden.

Hans Herzog (1819 - 1894) wurde 1860 Inspektor der Artillerie und 1870 General und Oberbefehlshaber. In dieser Funktion leitete er die Internierung der Bourbaki-Armee in Verrières im Neuenburger Jura. Nach dem Einsatz bekleidete er das Amt eines Artillerieinspektors, resp. Waffenchefs der Artillerie bis zu seinem Tod 1894. Er hatte grosse Verdienste bei der Modernisierung der Artillerie, welche unter seiner Leitung einen beachtliche Aufschwung erlebte, und die bei der Neubildung der Armee 1874 den Ton angab.

Die Befestigungsanlagen an der linken Talflanke gegen den Fläscherberg heissen Batterie Herzog. Diese wurden 1859 erbaut, wie eine Jahreszahl bezeugt.

Ebenfalls ab Parkplatz (S-W) können die Blockhäuser in einer Wanderung in Richtung Fläscherberg besichtigt werden.

Vorallem im Kampf um die Luzisteig in den Zeiten Napoleons (1799) zwischen dem französischen General André Masséna (1758 – 1817) und dem Widersacher aus Österreich General Friedrich von Hotze (1739 - 1799) waren jeweils die Umgehungen über den Fläscherberg strategisch bedeutend.
Deshalb wurden 1848 ebenfalls nach den Plänen La Niccas die 7 Blockhäuser auf dem Fläscherberg erstellt, zwecks Verhinderung einer möglichen gegnerischen Umgehung über den Fläscherberg.

Kasernenareal

Im Kasernenareal an der Verbindungsstrasse zwischen Maienfeld und Balzers gelegen, finden sich historisch interessante Gebäudeteile aus den verschiedenen Bauetappen zwischen 1705 und heute.

Anlässlich des zunehmend bedrohlichen Verhältnisses zwischen Frankreich und Deutschland, mitten in der französischen Revolution, bereitete die Schweiz 1831 eine Mobilmachung vor. Neben der Besetzung und Entsendung von Truppen nach Basel und Genf wurde auch beschlossen, die angeblich um 1800 von den Österreichern beim Verlassen der Schweiz gesprengte Festung Luzisteig wieder aufzubauen.
Am 26. März 1831 traf eine Berner Sappeurkompanie auf der Luzisteig ein und begann mit der Wiederherstellung der Festung. Verantwortlicher Kommandant war Richard La Nicca (1794 – 1883), Geniehauptmann und Ingenieur aus Chur.
Am 3. Mai bewilligte die Tagsatzung einen Kredit von 100’000.- Franken für den Ausbau auf Luzisteig für 16 Geschütze . Obwohl die ersten Entwürfe für die Wiederaufbau- Operation von Oberst Hegner, Chef des Genie, stammten, ist überliefert, dass General Henri Dufour (1787 – 1875), damals noch Chef des Generalstabs im Range eines Obersten, in die Pläne La Niccas mehr Vertrauen hatte, als in die Vorarbeiten Hegners. Die Arbeiten zogen sich bis ins Jahr 1837 fort.

Die Nord- und Südmauer, die kasemattierten Batterien, Stallungen und alte, heute umgenutze Unterkünfte stammen aus dieser Zeit. Einzig das nach Norden ausgerichtete Tor stammt noch aus einem früheren Ausbau, wie eine Inschrift von 1705 und das Wappen der Drei Bünde bezeugen.

Zur Zeit des Spanischen Erbfolgekriegs erweiterte damals mit Oberst Hans Werdmüller (1663 – 1744) ein Zürcher Baumeister die ursprünglich um 1622 nach Plänen des in Zürcher Diensten stehenden Baumeisters Hauptmann Johann Ardüser (1585 – 1665) aus Davos erstellten Befestigungsanlagen.